Veröffentlicht am 19. Oktober 2020

Die Geschäftsführung informiert zu Streiks von ver.di

  • Akute Pandemielage – Streiks sind der falsche Weg
  • Vivantes Kliniken müssen mehr als 320 geplante Operationen verschieben

Im Rahmen der laufenden Tarifrunde für den öffentlichen Dienst hat die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di für Montag (19.10.) und Dienstag (20.10.) erneut zu Warnstreiks aufgerufen. Davon sind auch die Krankenhäuser von Vivantes betroffen.

Dorothea Schmidt, Geschäftsführerin Personalmanagement: „Wir befinden uns in einer akuten Pandemielage mit aktuell rasant steigenden Infektionszahlen. In dieser Situation halten wir Streiks in Krankenhäusern für den absolut falschen Weg.
Seit Beginn der Pandemie musste bereits eine Vielzahl von Operationen verschoben werden, nicht alle der davon betroffenen Patientinnen und Patienten konnten in der Zwischenzeit behandelt werden. Das bedeutet für die Betroffenen mitunter eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität.
Durch die streikbedingte Reduktion unserer OP-Kapazitäten werden wir am 19. und 20. Oktober in unseren Kliniken mehr als 320 Operationen absagen müssen. Bei einem großen Teil handelt es sich um onkologische Eingriffe oder andere schwere Krankheitsbilder. Das ist den betroffenen Patienten*innen und deren Angehörigen nicht zu vermitteln, zumal wir in den kommenden Wochen erneut mit deutlichen Einschränkungen bei planbaren Operationen rechnen müssen.
Wir respektieren selbstverständlich die Streikrechte unserer Beschäftigten. In der aktuellen - maximal angespannten - Situation müssen wir uns jedoch vehement dafür einsetzen, unsere Behandlungskapazitäten zu erhalten: Nicht mit dem Ziel einer Gewinnerzielung oder gar -maximierung, sondern zur Erfüllung unseres ureigenen Versorgungsauftrages und aufgrund unseres ethischen Anspruchs als größter kommunaler Klinikträger Deutschlands!“

Vivantes ist in der aktuellen Tarifrunde nicht selbst Verhandlungspartner. Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst werden zwischen der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), als Spitzenverband der kommunalen Arbeitgeberverbände in Deutschland, und den Gewerkschaften geführt. ver.di hatte bereits nach der 2. Verhandlung bundesweit zu Streikmaßnahmen aufgerufen. Die nächste (dritte) Verhandlungsrunde ist für den 23. und 24. Oktober 2020 vereinbart.